Therapiekonzepte beim Leberzellkarzinom – eine interdisziplinäre Herausforderung

Die Inzidenz des Leberzellkarzinoms hat mit der Zahl der Zirrhosepatienten in den letzten Jahren deutlich zugenommen und wird sich bis 2020 verdoppeln. Im Gegensatz zur Situation vor der Jahrtausendwende mit zentrumsabhängig uneinheit- lichen Therapiestrategien ohne wirksame Systemtherapie hat sich mittlerweile ein international standardisiertes, interdiszipli- näres und multimodales Konzept etabliert.
Die chirurgischen Therapieoptionen wurden durch kurative lokal-ablative Verfahren wie die Radiofrequenzablation ergänzt. Gleichzeitig wurden verbindliche Kriterien für die Lebertrans- plantation definiert. Auch im palliativen Therapiekonzept wurde die bewährte transarterielle Chemoembolisation durch die Alternative einer Radioembolisation mit Yttrium-Mikrosphären ergänzt. Die palliative systemische Therapie hat sich mit der Verfügbarkeit von Sorafenib zu einer molekular ausgerichteten Tumortherapie entwickelt, weitere Evidenz zur Kombinations- und Zweitlinientherapie steht vor der Tür. Therapieentscheidungen an den kritischen therapeutischen Schnittstellen erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Hepatologen, Chirurgen, interventionellen Radiologen, Nuklearmedizinern und Onkologen. Durch verschiedene Neuberufungen ist am Universitätsklinikum Würzburg im Verlauf der letzten Jahre mit dem Leberzentrum ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum entstanden, das alle relevanten Therapieverfahren vorhält. Mit der heutigen Veranstaltung möchten wir Ihnen die Zusammenarbeit des Leberzentrums näher vorstellen. Gleichzeitig machen wir Sie mit den neu geschaffenen Strukturen vor Ort bekannt und möchten Ihnen Gelegenheit geben, die beteiligten Spezialisten im lockeren Gespräch näher kennen zu lernen.

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